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Einfamilienhaus in Schraplau mit 65.000 Euro Verkehrswert zur Zwangsversteigerung angeboten

Ein Haus mit vier Zimmern und zwei Garagen in Schraplau wird über das Amtsgericht Merseburg zur Zwangsversteigerung angeboten. Im Immobilienmarkt der Süddeutschen Zeitung nennt das Inserat einen möglichen Zuschlag ab 45.500 Euro, allerdings unter Vorbehalt.

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102 Quadratmeter Wohnfläche und mehrere Nebengebäude

Das etwa 85 Jahre alte Einfamilienhaus verfügt über mehrere Anbauten und rund 102 Quadratmeter Wohnfläche. Auf dem 799 Quadratmeter großen Grundstück stehen neben den beiden Garagen auch ein Schuppen und ein früherer Stall mit Heuboden. Außenanlagen gehören ebenfalls zum Objekt. Die Angaben im Inserat haben den Stand vom 23. Oktober 2026.

Die als Kaufpreis ausgewiesenen 65.000 Euro entsprechen dem Verkehrswert, den das Gericht auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens festgesetzt hat. Sie sind damit nicht als feststehender Erwerbspreis zu verstehen.

Welche Bedingungen für Bieter gelten

Neben dem objektspezifischen Hinweis auf einen möglichen Zuschlag ab 45.500 Euro enthält das Inserat allgemeine Angaben zu Zwangsversteigerungen: Ein Zuschlag könne gegebenenfalls bereits ab 50 Prozent des Verkehrswerts erfolgen, bei Zweitterminen auch darunter. Einen solchen Erwerbspreis garantiert die Anzeige nicht.

Für den ersten Versteigerungstermin erläutert das Bundesversteigerungsportal neben der 5/10-Grenze nach § 85a ZVG auch die 7/10-Grenze: Bleibt das Höchstgebot unter sieben Zehnteln des Verkehrswerts, darf ein Gläubiger die Versagung des Zuschlags beantragen, sofern er bei diesem Gebot leer ausginge (§ 74a ZVG).

Verlangt ein Beteiligter eine Sicherheitsleistung, müssen Bieter nach § 68 ZVG 10 Prozent des Verkehrswerts hinterlegen. Als übliche Wege nennt das Bundesversteigerungsportal die vorherige Überweisung an die Gerichtskasse, einen bestätigten Scheck oder eine Bankbürgschaft. Bargeld wird in der Regel nicht akzeptiert.

Auch ohne Maklerprovision und notariellen Kaufvertrag entstehen Erwerbsnebenkosten. In Sachsen-Anhalt beträgt die Grunderwerbsteuer 5 Prozent des Zuschlagswerts. Einschließlich Grundbuch- und Zuschlagsgebühren sind laut Bundesversteigerungsportal rund 6 Prozent Nebenkosten anzusetzen. Den Kaufvertrag ersetzt der Zuschlag.

Nach Angaben des Inserats ist beim Erwerb durch Versteigerung kein Energieausweis erforderlich. Zudem können angesetzte Termine jederzeit entfallen, wenn ein Objekt zuvor durch einen Vorabkauf erworben wird. Der Anbieter weist allgemein darauf hin, dass nur etwa die Hälfte der angesetzten Termine tatsächlich beim zuständigen Amtsgericht stattfinde.

Schraplau im Saalekreis

Schraplau liegt im Tal der Weida zwischen Halle (Saale) und Lutherstadt Eisleben. Die Stadt in Sachsen-Anhalt gehört zur Verbandsgemeinde Weida-Land. Zum Ort zählt auch ein Kalkwerk, in dem Kalkstein aus dem benachbarten Tagebau gewonnen wird.

Die bei Wikipedia aufgeführte Einwohnerstatistik zeigt einen starken Rückgang seit 1990. Damals lebten 1.618 Menschen in Schraplau, 2020 waren es noch 1.077. Zum 31. Dezember 2025 lag die Einwohnerzahl bei 1.001.

Verkehrswerte und bundesweite Entwicklung

Für aktive Zwangsversteigerungen in Sachsen-Anhalt weist ZVG Melder zum 23. Oktober 2026 einen Median der festgesetzten Verkehrswerte von 79.000 Euro aus. Der Durchschnitt lag bei 141.584 Euro. Grundlage waren 123 Objekte, für die ein Verkehrswert vorlag.

Nach Angaben des Fachverlags Argetra wurden 2025 bundesweit 14.082 Immobilien zur Zwangsversteigerung aufgerufen. Das waren 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr gesamter Verkehrswert belief sich auf 4,76 Milliarden Euro, der Durchschnitt je Objekt auf 337.839 Euro.

Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 8,4 Prozent auf 7.845 Objekte. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Argetra rund 15.000 zur Zwangsversteigerung aufgerufene Immobilien.

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