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Großbrand im Kehlsteinhaus: Polizei nimmt verdächtige Person vorläufig fest

Im Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden bekämpfen Rettungskräfte einen Großbrand. Die Polizei meldete am frühen Morgen eine vorläufige Festnahme. Ob die festgenommene Person etwas mit dem Feuer zu tun hat, ist noch offen.

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Kriminalpolizei untersucht die Brandursache

Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Traunstein. Zur Ursache des Feuers äußerte sich die Polizei zunächst nicht und verwies auf die laufenden Untersuchungen. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung besteht der Verdacht auf Brandstiftung; von der Polizei wurde dies zunächst nicht bestätigt.

Die Zeitung berichtete außerdem, bei der festgenommenen Person handle es sich um einen Motorradfahrer. Dieser sei den Beamten auf ihrer Fahrt zum Brandort entgegengekommen und später vorläufig festgenommen worden. Ein Zusammenhang mit dem Feuer war zunächst nicht bestätigt.

Rauchmelder alarmierte die Leitstelle

Nach Polizeiangaben ging der automatische Alarm eines Rauchmelders in der Berggaststätte am Freitagabend gegen 21.15 Uhr Ortszeit bei der Leitstelle ein. Als die ersten Rettungskräfte um 21.52 Uhr das Kehlsteinhaus erreichten, stellten sie einen Großbrand fest.

Die Lage des Hauses erschwerte den Löschzügen die Anfahrt. Sowohl im Gebäude als auch in dessen unmittelbarer Umgebung ist laut Polizei schwere Atemschutzausstattung erforderlich. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand befand sich beim Brand niemand im Haus; die Polizei rechnet daher nicht mit Verletzten.

Zum Umfang des Einsatzes lagen unterschiedliche Angaben vor: BR24 meldete, rund 200 Einsatzkräfte seien ausgerückt. Polizeisprecherin Lisa Maier nannte gegenüber AFP etwa 150 Kräfte vor Ort.

Berggaststätte auf 1.834 Metern Höhe

Das auch als Eagle's Nest oder Adlernest bekannte Kehlsteinhaus liegt auf 1.834 Metern Höhe und dient seit 1952 als Berggaststätte. Für die laufende Saison war nach Angaben des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden eine Öffnung bis zum 8. November vorgesehen. Eine Ausstellung im Haus behandelt dessen Geschichte.

Bau und Nutzung während der NS-Zeit

Martin Bormann gab das Gebäude im Sommer 1937 in Auftrag, die NSDAP finanzierte es. Nach 13 Monaten Bauzeit wurde es 1938 fertiggestellt. Zwölf Arbeiter starben während der Bauarbeiten. Das Haus gehörte zu einem abgeschirmten Wohn- und Regierungsareal der NS-Führung, das der Öffentlichkeit nicht zugänglich war.

Nach Darstellung des Zweckverbandes sollte das damalige Teehaus der politischen Repräsentation unter Ausschluss der Öffentlichkeit dienen. Seine tatsächliche Bedeutung sei jedoch gering geblieben. Hitler habe dort Diplomaten und andere ausländische Gäste empfangen; weitaus häufiger hätten die am Obersalzberg versammelten Angehörigen der NS-Führung das Gebäude für private Feiern und zur Erholung genutzt.

Mindestens 14 Besuche Hitlers sind dokumentiert. Er besichtigte das Kehlsteinhaus erstmals am 16. September 1938 und weihte es am 20. April 1939, seinem 50. Geburtstag, ein.

Den Luftangriff auf den Obersalzberg vom 25. April 1945 überstand das Haus ohne Schäden. Danach diente es den Alliierten bis 1960 als militärischer Kommandoposten und ging anschließend an den Freistaat Bayern zurück.

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