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Ukraine und Russland tauschen je 270 Kriegsgefangene aus

Die Ukraine und Russland haben am 23. Oktober 2026 jeweils 270 Kriegsgefangene freigelassen. Unter den ukrainischen Heimkehrern sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj auch fünf Menschen, die nach einer Explosion im Gefängnis von Oleniwka 2022 für tot gehalten worden waren.

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Heimkehr nach teils jahrelanger Gefangenschaft

"270 unserer Leute sind zu Hause", schrieb Selenskyj auf X. Er berichtete, dass neben Angehörigen der Streitkräfte, der Nationalgarde und weiterer Einheiten auch neun Zivilisten freigekommen seien. Viele hätten sich seit 2022 in russischer Gefangenschaft befunden, darunter Verteidiger der südukrainischen Hafenstadt Mariupol.

Die fünf zwischenzeitlich für tot gehaltenen Heimkehrer waren demnach nach der schweren Explosion im russischen Gefängnis von Oleniwka im Gebiet Donezk 2022 als Todesopfer angesehen worden.

Der ukrainische Koordinierungsstab für die Behandlung von Kriegsgefangenen zählte unter den Rückkehrern 38 Offiziere. Manche Soldaten seien schon 2018 oder 2020 gefangen genommen worden. Die Altersspanne der Freigelassenen reichte von 24 bis 63 Jahren.

Dmytro Lubinets, der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte, sprach von einem historischen Austausch: Noch nie seien dabei so viele verurteilte Militärangehörige zurückgekehrt. Er nannte 86 Verurteilte sowie einen Soldaten, gegen den ein Strafverfahren lief. Auch schwer kranke und schwer verwundete Soldaten hätten heimkehren können.

Übergabe an der Grenze zu Belarus

Als Übergabeort diente erneut ein Grenzübergang zwischen Belarus und der Ukraine. Das russische Verteidigungsministerium meldete die Übernahme von 270 russischen Soldaten. Für sie sei nach der Rückkehr nach Russland medizinische und psychologische Betreuung vorgesehen.

Nach Angaben der russischen Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa übergab die Ukraine außerdem sieben russische Zivilisten, denen nun die Rückkehr zu ihren Familien möglich sei. Für die Unterstützung bedankte sich Lantratowa bei ihrer ukrainischen Amtskollegin sowie beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz. Beide Kriegsparteien übergaben bei dem Austausch auch Leichen gefallener Soldaten.

Der Koordinierungsstab ordnete die Freilassungen als dritte Phase eines am 19. August 2026 begonnenen Austauschprozesses ein. An jenem Tag waren 103 ukrainische Militärangehörige freigekommen. Am 24. August folgten zehn weitere Verteidiger, die zuvor als vermisst gegolten hatten.

Diplomatische Kontakte zum Gefangenenaustausch

Seit 2022 führt Russland einen verheerenden Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zu den wenigen weiterhin funktionierenden Kontakten zwischen den Kriegsparteien gehören die Vereinbarungen über Gefangene und die Rückgabe getöteter Soldaten.

Dem jüngsten Austausch waren laut Reuters in der Woche zuvor Gespräche mit US-Unterhändlern vorausgegangen.

Auch der Vatikan hatte sich nach einem Bericht der Katholischen Nachrichten-Agentur für die Rückkehr der Gefangenen eingesetzt. Kardinal Matteo Zuppi besuchte wenige Monate vor dem Austausch Lager in beiden Ländern, in denen jeweils Soldaten der Gegenseite festgehalten werden.

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