Impfquoten steigen nach mehrjährigem Rückgang
Für ihre am 2. Oktober 2026 veröffentlichte Analyse untersuchte die TK den Zeitraum von September 2025 bis März 2026. Bundesweit nutzten rund 40 Prozent ihrer Versicherten ab 60 Jahren die Grippeschutzimpfung. Nach Angaben der Kasse nahm die Zahl der Grippeimpfungen damit erstmals seit fünf Jahren wieder leicht zu.
In der Saison 2024/25 hatten die Quoten noch bei 38 Prozent bundesweit und 52 Prozent in Sachsen-Anhalt gelegen. Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung, begrüßte den nun beobachteten Anstieg. Die Grippeschutzimpfung müsse jährlich erfolgen.
Im aktuellen Ländervergleich folgt Sachsen mit 50 Prozent auf Sachsen-Anhalt. Baden-Württemberg kommt auf 25 Prozent und damit auf weniger als die Hälfte des Werts von Sachsen-Anhalt. Die TK versichert nach eigenen Angaben deutschlandweit rund 12,5 Millionen Menschen, darunter 154.700 in Sachsen-Anhalt.
Von AOK und Barmer liegen noch keine weiteren Zahlen zur Saison 2025/26 vor. Beide Kassen berichteten MDR SACHSEN-ANHALT jedoch auf Anfrage, dass Sachsen-Anhalt auch bei ihren Versicherten in den Vorjahren die höchste Impfquote aufgewiesen habe.
RKI meldete für 2024/25 einen Tiefstand
Dem jüngsten Anstieg bei der TK war ein Rückgang der Impfbereitschaft in Deutschland vorausgegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte die Quote der Influenza-Standardimpfung bei Menschen ab 60 Jahren für 2024/25 auf 34 Prozent. Laut Epidemiologischem Bulletin 50/2025 vom 11. Dezember 2025 waren das vier Prozentpunkte weniger als in der Vorsaison und der niedrigste Stand seit Beginn der Berichterstattung 2008/09. Auch der Apothekerverband Sachsen-Anhalt hatte rückläufige Zahlen bei den Impfdosen gemeldet.
Wie stark sich die Impfquoten regional unterschieden, zeigt ebenfalls das RKI-Monitoring: Je nach Landkreis hatten in der Saison 2024/25 zwischen 8 und 60 Prozent der Menschen ab 60 Jahren einen Influenza-Impfschutz.
Für die Risikogruppen in den Mitgliedstaaten haben die Weltgesundheitsorganisation und die Europäische Kommission eine Zielquote von 75 Prozent vereinbart. TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas erklärte im Oktober 2026, von diesem EU-Ziel sei man noch weit entfernt.
Impfungen in Apotheken bislang wenig genutzt
Apotheken dürfen in Deutschland seit 2022 gegen Influenza impfen. Bislang bietet allerdings nur etwa jede achte Apotheke solche Impfungen an. Im Winter 2025/26 erhielten dort laut TK rund 60.000 ihrer Versicherten eine Grippeschutzimpfung.
Unter den über 60-jährigen TK-Versicherten lag der Anteil derjenigen, die sich in einer Apotheke gegen Grippe impfen ließen, bei weniger als einem Prozent.
Zwei gleichwertige Impfstoffoptionen ab 60 Jahren
Seit der Saison 2025/26 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Menschen ab 60 Jahren neben dem Influenza-Hochdosis-Impfstoff auch einen mit MF-59 adjuvantierten Influenza-Impfstoff. Beide gelten nach der angepassten STIKO-Empfehlung als gleichwertig.
Für die Saison 2025/26 hatte das Paul-Ehrlich-Institut bis Mitte Oktober 2025 bereits 18,5 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff freigegeben. Sie sollten die erwartete Nachfrage in Arztpraxen und Apotheken decken.




