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Erste West-Nil-Virus-Fälle in Baden-Württemberg: Betroffener aus Karlsruhe erholt sich

Zwei Männer aus dem Raum Stuttgart und Karlsruhe haben sich mit dem West-Nil-Virus infiziert – die ersten nachgewiesenen Fälle in Baden-Württemberg. Der 28- und der 83-Jährige infizierten sich vermutlich durch Mückenstiche in ihrer heimatlichen Umgebung.

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Infizierter aus Karlsruhe auf Weg der Besserung

In Baden-Württemberg sind erstmals Menschen mit dem West-Nil-Virus infiziert worden. Betroffen sind ein 28-Jähriger aus dem Raum Stuttgart und ein 83-Jähriger aus dem Raum Karlsruhe, wie das Sozialministerium mitteilte. Die beiden Männer kennen sich nach Angaben der Behörden nicht. Der Patient aus Karlsruhe befinde sich bereits auf dem Weg der Besserung, teilte das zuständige Landratsamt mit.

Die Behörden gehen davon aus, dass sich beide Männer durch Mückenstiche in ihrem heimatlichen Umfeld angesteckt haben. Beide hatten sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach Angaben des Ministeriums im Normalfall nicht möglich.

Virus bereits bei Tieren nachgewiesen

Für Baden-Württemberg war der Nachweis beim Menschen nur eine Frage der Zeit. Das Virus wurde bereits 2024 sowohl bei Vögeln als auch bei Pferden im Land festgestellt. In jenem Jahr verzeichnete Deutschland einen deutlichen Anstieg bei Tierfällen: 204 Pferde und 82 Vögel waren infiziert – ein erheblicher Sprung gegenüber den 17 bis 22 Pferdefällen und 25 bis 65 Vogelfällen, die jährlich zwischen 2020 und 2023 gemeldet worden waren.

West-Nil-Virus seit 2019 in Deutschland heimisch

Das West-Nil-Virus ist seit 2019 in Deutschland heimisch. Die ersten durch Mückenstiche im Inland erworbenen Infektionen beim Menschen wurden damals aus Leipzig gemeldet, nachdem das Virus 2018 erstmals bei Vögeln und Pferden im östlichen Deutschland nachgewiesen worden war. Der ungewöhnlich warme Sommer 2018 hatte ideale Bedingungen für die Vermehrung des Virus in Stechmücken geschaffen und ihm ermöglicht, sich in Deutschland zu etablieren.

In diesem Jahr wurden bundesweit bis zum 7. Oktober vier Fälle dokumentiert: zwei in Berlin sowie jeweils einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz. Die Infektionen traten zunächst überwiegend in ostdeutschen Bundesländern auf, breiten sich mittlerweile aber auch in andere Regionen aus.

Übertragung durch Stechmücken

Der in Deutschland zirkulierende Virusstamm gehört zur Linie 2, die 2018 erstmals im Land identifiziert wurde und in Mitteleuropa dominiert. Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch Stechmücken der Art Culex pipiens, die zwischen wildlebenden Vögeln zirkulieren, aber auch Menschen und andere Säugetiere stechen können. Das Virus hat sich in den heimischen Mückenpopulationen etabliert und kann in ihnen erfolgreich überwintern.

Symptome und Krankheitsverlauf

Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber – eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede hundertste infizierte Person erkrankt schwer. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts heilt das West-Nil-Fieber in der Regel komplikationslos aus. Allerdings können bei 30 bis 50 Prozent der Erkrankten langanhaltende Symptome wie ausgeprägte Müdigkeit, anhaltende Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten auftreten, die Monate bis Jahre andauern können.

Spätfolgen sind vor allem bei schwer erkrankten Patienten relativ häufig. Bei älteren Menschen über 75 Jahren verläuft die Krankheit tendenziell schwerer. Experten schätzen zudem, dass nur etwa zwei Prozent aller Infektionen diagnostiziert und gemeldet werden, da viele Betroffene keine oder nur leichte Symptome entwickeln und deshalb keinen Arzt aufsuchen.

Klimawandel begünstigt Ausbreitung

Die Ausbreitung des West-Nil-Virus in Europa wird nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen maßgeblich durch den Klimawandel begünstigt. Steigende Temperaturen und längere Warmperioden ermöglichen es Stechmücken, sich effektiver zu vermehren, und verlängern die Übertragungssaison. Europa erlebt 2026 eine besonders intensive West-Nil-Virus-Saison mit über 1.700 lokal erworbenen Fällen in EU-Ländern bis Anfang Oktober – deutlich mehr als der zehnjährige Durchschnitt von 693 Fällen.

#Extreme Weather#Stuttgart#Climate Change
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