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Tote Ratte im Briefkasten von Offenburger Aktivistin: Kriminalpolizei ermittelt

Eine Sprecherin des Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus Offenburg" berichtet von einer toten Ratte in ihrem privaten Briefkasten. Sie sieht darin eine persönliche Bedrohung. Nach Auskunft eines Polizeisprechers ermittelt die Kriminalpolizei gegen Unbekannt.

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Jenny Haas spricht von einer Eskalation

Bei der Betroffenen handelt es sich um Jenny Haas, wie die Offenburger Lokalzeitung bo.de am 22. Oktober 2026 berichtet. Nach Angaben der Bündnissprecherin war an ihrem Briefkasten außerdem ein gegen Linksextremismus gerichteter Aufkleber angebracht.

Haas zufolge tauchen in ihrem unmittelbaren privaten Umfeld schon seit Jahren rechte und rechtsextreme Aufkleber auf. Mit der toten Ratte sei nun jedoch eine neue Stufe der Eskalation erreicht.

"Man will mir damit zu verstehen geben, dass man weiß, wo ich wohne, und dass man deshalb jederzeit in der Lage wäre, mir Schaden zuzufügen", erklärte Haas. Aus ihrer Sicht richtet sich der Vorfall sowohl gegen sie persönlich als auch gegen die Arbeit des Bündnisses.

Bündnis hält an seinem Engagement fest

Die Gruppe werde ihre Arbeit trotz des Vorfalls fortsetzen, betonte die Sprecherin. Gerade jetzt sei es notwendiger denn je, sich für Demokratie einzusetzen und Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und Faschismus entgegenzutreten.

Die Offenburger Initiative gehört als Regionalgruppe zum bundesweiten Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus". Sie beobachtet nach eigener Darstellung seit 2016 rechtsextreme Aktivitäten im ländlichen Westen Baden-Württembergs und in der Ortenau.

In einem inzwischen veröffentlichten Buch zeichnet die Gruppe nach eigenen Angaben zehn Jahre ihres antifaschistischen Engagements nach. Darin ordnet sie auch rechtsextreme Entwicklungen in der Ortenau in einen größeren politischen Zusammenhang ein.

Weitere Fälle in der Ortenau und bundesweite Zahlen

Auch andere Fälle mit rechtsextremem Hintergrund beschäftigen die Region: Ein Mann aus dem Ortenaukreis wurde im Zusammenhang mit der sogenannten Kaiserreichsgruppe angeklagt. Die Gruppe wollte in Deutschland ein autoritäres System errichten und hatte konkrete Anschlagspläne. In einem anderen Fall sollen mehrere Männer in Offenburg wiederholt laut NS-Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt haben.

Bundesweite Zahlen zu Angriffen auf politisch und zivilgesellschaftlich Engagierte veröffentlichte der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG). Für 2025 erfasste der Verband 663 Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner sowie zivilgesellschaftlich Engagierte, 22 Prozent mehr als im Vorjahr. In 319 Fällen waren zivilgesellschaftlich aktive Menschen betroffen, die sich gegen die extreme Rechte und für eine demokratische Gesellschaft einsetzen.

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