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JPMorgan bestätigt "Underweight" für FMC mit Kursziel 32,30 Euro

JPMorgan bleibt bei seiner negativen Einschätzung für Fresenius Medical Care (FMC). Obwohl Analyst David Adlington für die anstehenden Quartalszahlen ein höheres operatives Ergebnis erwartet als der Konsens, hält er die Erwartungen für das Schlussquartal und 2027 für überzogen. Zusätzliche Risiken…

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Höhere Ebit-Prognose ändert die Einschätzung nicht

Für die am 3. November anstehenden Zahlen liegt Adlingtons Schätzung des operativen Ergebnisses (Ebit) acht Prozent über dem Konsens. In seinem am Freitag vorliegenden Ausblick zeigt er sich überrascht, dass die Markterwartungen nicht gestiegen sind: Belastungen durch die Erstattung von Behandlungen in den USA drohten erst im Schlussquartal.

Den erwarteten Ergebnisvorsprung führt der Analyst vor allem auf zeitliche Verschiebungen zurück. Deshalb bleibt er gegenüber der Aktie vorsichtig und hält die Konsensprognosen für das Schlussquartal sowie für 2027 weiterhin für zu hoch. Die jüngst bekannt gewordenen US-Reformpläne wertet er als zusätzliche mittelfristige Belastung.

Die am 22. Oktober 2026 veröffentlichte Studie bestätigt sowohl die Einstufung "Underweight" als auch das Kursziel von 32,30 Euro. Am 23. Oktober um 13:34 Uhr kostete die FMC-Aktie auf Tradegate 39,98 Euro, ein Plus von 0,99 Prozent. Das Kursziel lag damit 19,17 Prozent unter diesem Kurs.

US-Regierung will Früherkennung und Wettbewerb stärken

Hinter der Reformdebatte steht der "Kidney Care National Plan", den das US-Gesundheitsministerium HHS am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, angekündigt hat. Zu seinen Zielen gehören eine frühere Diagnose von Nierenleiden und eine stärkere Nutzung der Heimdialyse. Zugleich sollen neue Anbieter leichter in den US-Dialysemarkt eintreten können und den Wettbewerb verstärken.

Das Ministerium schätzt die Zahl der Erwachsenen mit chronischen Nierenerkrankungen in den USA auf 37 Millionen. Weil die Erkrankungen häufig spät erkannt würden, benötigten Betroffene oft lebenslang Dialyse oder eine Nierentransplantation.

FMC und sein US-Konkurrent DaVita halten zusammen rund 74 Prozent des US-Dialysemarktes. Börse Express berichtete im Zusammenhang mit der Reformdebatte, die DaVita-Aktie habe am Vortag rund sechs Prozent verloren.

Auch andere Analysten äußerten Bedenken. UBS-Analyst Graham Doyle sprach von einem "neuen und enormen Sorgenfaktor" und rechnet mit Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs. Die DZ Bank reduzierte ihren fairen Wert für FMC von 54 auf 46 Euro, hielt aber an der Empfehlung "Kaufen" fest. Ihr Analyst Sven Kürten verwies darauf, dass Erstattungen künftig an Behandlungserfolge gekoppelt und Markteintrittshürden abgebaut werden sollen.

FMC verweist auf eigene Programme

FMC selbst begrüßte den US-Plan. Nach Darstellung des Unternehmens stimmen zahlreiche Ziele und Prioritäten mit seinen bestehenden Aktivitäten und Investitionen überein. Dazu zählt es die Einführung der Hämodiafiltration (HDF) in den USA, ein Programm zur Verbesserung des Überweisungsprozesses für Transplantationen sowie einen breiteren Zugang zur Heimdialyse.

Für die hochvolumige Hämodiafiltration (HVHDF) führt FMC seit 2025 das Dialysegerät 5008X Caresystem zunächst in ausgewählten US-Kliniken ein. Für 2026 ist vorgesehen, rund 20 Prozent der Maschinen auszutauschen. Bis 2030 sollen sämtliche US-Kliniken des Konzerns mit dem System ausgestattet sein.

FDA-Freigabe und Wechsel an der Unternehmensspitze

Eine weitere Entwicklung betrifft die Intensivmedizin: Am 19. Oktober 2026 gab die US-Arzneimittelbehörde FDA das FMC-System multiFiltratePRO und die dazugehörigen Lösungen Cienby (Natriumcitrat) sowie Calrezdy (Calciumchlorid) frei. Das System ist für die Behandlung akuten Nierenversagens auf Intensivstationen vorgesehen.

Nach Unternehmensangaben handelt es sich um das erste kontinuierliche Nierenersatzverfahren in den USA, bei dem die regionale Citrat-Antikoagulation nach dem Ci-Ca-Protokoll zulassungskonform unterstützt wird.

Auch personell hat FMC einen Wechsel vollzogen. Rund zwei Wochen vor dem 21. Oktober 2026 trennte sich das Unternehmen von Vorstandschefin Helen Giza, die wegen ausbleibender Wachstumsimpulse in der Kritik gestanden hatte. Ihr Nachfolger Shervin Korangy soll den Rückstand gegenüber DaVita aufholen.

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