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Herbstferien in Mecklenburg-Vorpommern: Bahnausfälle und Staus erwartet

Reisende in Mecklenburg-Vorpommern müssen während der Herbstferien mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Bahnverbindungen nach Berlin und Hamburg sind von Ausfällen betroffen, auf den Autobahnen drohen Staus.

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Massive Einschränkungen auf der Bahnstrecke Rostock-Berlin

Wer während der Herbstferien vom 15. bis 25. Oktober in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs ist, sollte deutlich mehr Reisezeit einplanen. Sowohl im Bahnverkehr als auch auf den Straßen kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten und erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Bahnreisende zwischen Rostock und Berlin müssen sich auf erhebliche Verzögerungen einstellen. Seit Anfang Oktober fallen auf der Intercity-Linie IC17 sämtliche Halte in Waren (Müritz), am Hauptbahnhof Neustrelitz und in Oranienburg aus. Stattdessen halten die Züge am Schweriner Hauptbahnhof, wodurch sich die Fahrtzeit nach Berlin um bis zu 90 Minuten verlängert. Ab dem 17. Oktober starten oder enden einige Züge abweichend erst in Bad Kleinen.

Auch im Regionalverkehr gibt es Einschränkungen: Ab dem 16. Oktober entfallen auf der Linie RE5 zwischen Rostock und Berlin die Stopps zwischen Waren (Müritz) und Neustrelitz. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Die Verbindung RE5 zwischen Stralsund und Berlin ist von diesen Änderungen nicht betroffen.

Die Baumaßnahmen sind Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Deutschen Bahn. Bis 2030 sollen 40 stark frequentierte Bahnkorridore grundlegend saniert werden. Das Programm, das im Juli 2024 mit der Riedbahn begann, zielt darauf ab, jahrzehntelange Versäumnisse bei der Instandhaltung aufzuholen. Der Sanierungsstau wurde 2022 auf 103,4 Milliarden Euro beziffert, davon entfallen allein 59,9 Milliarden Euro auf Brücken. Für 2024 plant die Bahn Investitionen von rund 16,4 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur, darunter die Erneuerung von 2.000 Kilometern Gleisen und 2.000 Weichen.

Reisende sollten in jedem Fall mehr Zeit einplanen und ihre Fahrt kurz vor Reisebeginn in der Auskunft überprüfen und gegebenenfalls alternative Reisewege suchen.

Marcel Drews, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, rät:

Reisende sollten in jedem Fall mehr Zeit einplanen und ihre Fahrt kurz vor Reisebeginn in der Auskunft überprüfen und gegebenenfalls alternative Reisewege suchen.

Die Bauarbeiten sollen Mitte Dezember abgeschlossen sein.

ICE-Züge umfahren Hamburger Hauptbahnhof

Eine weitere Einschränkung trifft Pendler und Reisende zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg: Mehrere ICE-Linien von Binz und Greifswald in Richtung Nordrhein-Westfalen und Hannover halten bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember nicht mehr am Hamburger Hauptbahnhof. Betroffen sind die ICE 1033, 1037 und 1535 in Richtung Hamburg sowie die ICE 1536, 1036 und 1032 in Gegenrichtung. Ausgenommen bleiben die frühen Verbindungen ab Rostock (ICE 1521 und 585) sowie die spätabendlichen Züge nach Rostock (ICE 588 und 1520).

Die Deutsche Bahn begründet diese Maßnahme mit dem Ziel, die Pünktlichkeit zu stabilisieren. Verkehrsminister Wolfgang Blank kritisierte die Entscheidung scharf und forderte eine verbindliche Zusage, dass diese Einschränkungen nur von kurzer Dauer bleiben. Das Wirtschaftsministerium erklärte:

Die Situation im Schienenfernverkehr ist aufgrund der Vielzahl von Baumaßnahmen herausfordernd.

Staugefahr auf den Autobahnen

Auch Autofahrer müssen mit Verzögerungen rechnen. Besonders auf der A14 beim Rastplatz "Plater Berge" im Landkreis Ludwigslust-Parchim sorgt eine einspurige Baustelle für Staupotenzial. Der ADAC Hansa erwartet vor allem in Richtung der Ostseebadeorte deutlich mehr Verkehr. Schwerpunkte sind die Brücken zu den Inseln Rügen und Usedom sowie die A20, die als Ostseeautobahn über 340 Kilometer wichtige Küstenstädte wie Wismar, Rostock und Stralsund verbindet.

Erschwerend kommt hinzu, dass Reisende aus Mecklenburg-Vorpommern, die durch Hamburg fahren, mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen müssen. Ein Wasserrohrbruch im Stadtgebiet beeinträchtigt den Verkehr stark. Eine großräumige Umfahrung ist kaum möglich, da die Elbbrücken östlich von Hamburg die zusätzliche Verkehrslast nicht aufnehmen können.

Die Autobahn GmbH Nordost rechnet besonders am 16. und 17. Oktober mit spürbar mehr Verkehr. Allerdings dürfte das Reiseaufkommen insgesamt etwas geringer ausfallen als im Vorjahr, da der Reformationstag und Allerheiligen auf ein Wochenende fallen und damit weniger Gelegenheiten für verlängerte Wochenenden entstehen.

Die Straßenbauverwaltung des Landes bemüht sich, Baustellen während der Ferien zu minimieren. Die Erneuerung der Landesstraße 121 bei Fährdorf, der Zufahrt zur Insel Poel, wurde bewusst vor den Ferien abgeschlossen. Die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 196 zwischen Süllitz und Sellin auf Rügen beginnen erst nach den Ferien. In die Autobahnen Mecklenburg-Vorpommerns investierte die Autobahn GmbH Nordost 2024 rund 50 Millionen Euro, Teil eines Gesamtinvestitionsvolumens von 250 Millionen Euro in den drei nordöstlichen Bundesländern.

Empfehlungen für entspanntes Reisen

Der ADAC rät Reisenden, möglichst antizyklisch zu fahren – also sehr früh morgens oder spät abends.

Damit hat man die größten Chancen, gut durchzukommen
so ein ADAC-Experte.

Zudem sollten Autofahrer über Navigationsapps die aktuelle Verkehrslage überprüfen und ausreichend Zeitpuffer einplanen, um Stress zu vermeiden.

Für Mecklenburg-Vorpommern als bedeutendes Tourismusland sind zuverlässige Verkehrsverbindungen von großer Bedeutung. Das Wirtschaftsministerium betont, dass diese für den Wirtschaftsstandort generell unverzichtbar seien. Die touristische Bedeutung des Bundeslandes zeigt sich in beeindruckenden Zahlen: Die Region verzeichnet jährlich mehrere Millionen Übernachtungen und gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Deutschlands.

#Extreme Weather#Deutsche Bahn
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