Rumänien bestellt Fahrzeuge, Flugabwehr und Schiffe
Das am 2. Juni 2026 bekannt gegebene Rumänien-Geschäft ist nach Angaben von Rheinmetall das größte internationale Auftragspaket der jüngeren Unternehmensgeschichte. Erteilt hatte es das rumänische Generaldirektorat Rüstung am 29. Mai im Rahmen des EU-Programms SAFE.
Für insgesamt 5,7 Mrd. Euro soll Rheinmetall 298 Lynx-Gefechtsfahrzeuge, Skyranger-Flugabwehrsysteme, Mittelkalibermunition und vier Marineschiffe liefern. Der Lieferzeitraum beginnt 2028; der Abschluss ist bis 2030 vorgesehen.
Bundeswehr ruft Soldatensysteme und Transportfahrzeuge ab
Bereits im April 2026 hatte die Bundeswehr bei Rheinmetall Electronics Soldatensysteme vom Typ "Infanterist der Zukunft – Erweitertes System" (IdZ-ES) für rund 1,04 Mrd. Euro brutto abgerufen. Neben der Modernisierung vorhandener Systeme sind 237 zusätzliche Zugsysteme vorgesehen. Die Auslieferung soll von November 2027 bis Dezember 2029 erfolgen.
Grundlage ist ein im Februar 2025 geschlossener Rahmenvertrag, der bis 2030 läuft und ein Volumen von bis zu 3,1 Mrd. Euro hat.
Eine weitere Bestellung folgte Ende Mai: Die Bundeswehr orderte mehr als 2.000 ungeschützte militärische Transportfahrzeuge (UTF), die Rheinmetall MAN Military Vehicles fertigt. Nach Unternehmensangaben beträgt der Auftragswert rund 1,015 Mrd. Euro brutto. Es handelt sich um den vierten Abruf aus dem Rahmenvertrag von 2024, der bis zu 6.500 Fahrzeuge umfasst.
Kursdaten vom Mai zeigen schwachen Jahresverlauf
Die vorliegenden Börsendaten beziehen sich auf den 28. Mai 2026, also auf die Zeit vor der Bekanntgabe des Rumänien-Auftrags. An diesem Tag kostete die Rheinmetall-Aktie 1.284,00 Euro und lag damit rund 17,75 % unter ihrem Stand zu Jahresbeginn. Zuvor hatte sie sich von einem Mitte Mai erreichten Tief erholt; damals war der Kurs auf den niedrigsten Stand seit April 2025 gefallen.
Laut dpa-AFX belasteten Bedenken zum Produktportfolio die Aktie. Hintergrund war die wachsende Bedeutung von Drohnen. Eine Kursreaktion auf den später bekannt gegebenen Rumänien-Auftrag oder die Halbjahreszahlen lässt sich aus diesen Mai-Daten nicht ablesen.
Mehr Umsatz und Ergebnis, aber niedrigeres Jahresziel
Für das erste Halbjahr 2026 wies Rheinmetall einen Konzernumsatz von 5,2 Mrd. Euro aus, ein Plus von 39 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis stieg um 74 % auf 786 Mio. Euro. Zum 30. Juni erreichte der als Rheinmetall Backlog bezeichnete Auftragsbestand 80,5 Mrd. Euro; ein Jahr zuvor hatte er bei 56,0 Mrd. Euro gelegen.
Dennoch nahm der Konzern am 6. August seine Umsatzprognose für 2026 nach der Absage des Fregattenprogramms F126 um 300 Mio. Euro zurück. Die neue Spanne liegt bei 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro. Unverändert erwartet Rheinmetall ein organisches Umsatzwachstum von 28 bis 31 % und eine operative Ergebnismarge von rund 19 %.






