Herbstferien: ADAC warnt vor Stau-Ausmaß wie im Sommer
Zum großen Herbstferienwochenende rechnet der ADAC mit einem Verkehrsaufkommen, das dem der Sommermonate gleichkommt. In elf Bundesländern beginnen am Freitag die Herbstferien, was die Autobahnen erheblich belasten wird. Die Herbstferien 2026 erstrecken sich in Deutschland über den gesamten Zeitraum vom 5. Oktober bis zum 6. November, wobei die Ferien über alle 16 Bundesländer gestaffelt sind.
Bereits ab Freitagmittag füllen sich die Autobahnen mit Urlaubsreisenden und Berufspendlern. Am Samstagvormittag wird es besonders auf den Routen in Richtung Alpen, Küsten und Seen eng. Der Automobilclub empfiehlt Reisenden, entweder sehr früh am Samstagmorgen oder erst am Sonntag aufzubrechen, um dem größten Verkehrsandrang zu entgehen.
Diese Strecken sind besonders betroffen
Als besonders staugefährdet gelten 13 Autobahnabschnitte: A1, A3, A5, A7, A8, A9, A10, A13, A45, A61, A81, A96 und A99. Hinzu kommen Teilsperrungen der A40 und der A3. Die A40 im Bereich Mülheim ist an mehreren Wochenenden im Oktober für Brückensanierungsarbeiten gesperrt, konkret vom 9. bis 12. Oktober und vom 16. bis 19. Oktober wegen Arbeiten an der Hardenbergbrücke. Diese Sperrungen zwingen den Verkehr zu großräumigen Umleitungen durch das Ruhrgebiet.
Im Ausland trifft es vor allem die Brennerautobahn zwischen Österreich und Italien sowie die Strecken zwischen Basel, Zürich und Chur. Auf der Brennerautobahn (A13) läuft seit Anfang 2025 eine umfangreiche Baumaßnahme an der Luegbrücke, bei der der Verkehr in beide Richtungen auf jeweils nur eine Spur reduziert ist. Dies betrifft eine der meistbefahrenen Alpenrouten Europas mit jährlich 14,4 Millionen Fahrzeugen.
Baustellen verschärfen die Lage
Ein wesentlicher Grund für die angespannte Verkehrssituation sind die zahlreichen Baustellen auf deutschen Autobahnen. Aktuell sind landesweit 779 Baustellen aktiv, die rund 1.982 Kilometer oder 7,6 Prozent des gesamten Autobahnnetzes betreffen. Die wirtschaftlichen Kosten durch Staus werden auf 3,6 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Die Herbstferien sind traditionell eine Zeit mit hohem Verkehrsaufkommen. Im vergangenen Jahr war der Oktober mit 49.000 Staustunden und 85.000 Kilometern an Verkehrsbehinderungen der zweithäufigste Staumonat – nur knapp hinter dem Juli. Insgesamt zählte der ADAC 2025 auf deutschen Autobahnen 866.000 Kilometer Stau mit 478.000 Staustunden, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt, obwohl die Zahl der einzelnen Staus von 516.000 auf 496.000 zurückging.
Regional unterschiedliche Belastung
Besonders stark betroffen von Verkehrsbehinderungen ist Nordrhein-Westfalen, das etwa 31 Prozent aller Staukilometer in Deutschland auf sich vereint. Bayern folgt mit 16 Prozent, Baden-Württemberg mit 12 Prozent. Diese regionalen Schwerpunkte korrelieren mit den vom ADAC genannten besonders stauanfälligen Autobahnen wie der A1, A3, A40 und A45.
Der ADAC prognostiziert für 2026 eine weitere Verschlechterung der Stausituation aufgrund moderat steigender Verkehrsmengen.
Tipps für Autofahrer
Von Ausweichmanövern auf Landstraßen rät der ADAC ab. Dort bremsen Ausweichverkehr, Ampeln und Ortsdurchfahrten den Verkehrsfluss zusätzlich. Nur in seltenen Fällen lohnt sich das Verlassen der Autobahn. Um Ortschaften zu entlasten, können Polizei und Behörden kurzfristig Durchfahrtsverbote einrichten – unter anderem an der A7 im Ostallgäu sowie an der A8 in den oberbayerischen Landkreisen Rosenheim, Miesbach und Berchtesgadener Land.
Autofahrerinnen und Autofahrer sollten bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse bilden. Der ADAC empfiehlt außerdem, etwa alle zwei Stunden eine Pause einzulegen. Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, sollte im Vorfeld ausreichend Haltepunkte an Ladestationen auf der Strecke einplanen.


