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Wohnbauprojekt in Klein-Winternheim kommt nach Jahren endlich voran

Nach rund fünf Jahren Verzögerung beginnen am Montag die Bauarbeiten für vier Mehrfamilienhäuser mit 23 Wohnungen in der Hauptstraße 24. Das lange stockende Projekt hatte in der Gemeinde für Unmut gesorgt.

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Nach Kritik: Fortschritte bei Wohnprojekt in Klein-Winternheimer Hauptstraße

In Klein-Winternheim beginnen kommenden Montag die Bauarbeiten für vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 23 Wohnungen in der Hauptstraße 24. Nach rund fünf Jahren Wartezeit hat die Stephan Stollenwerk Immobilien die erforderliche Vorverkaufsquote erreicht und kann nun mit dem Bau starten. Vier Wohnungen sind bereits verkauft, drei weitere reserviert. Die jahrelangen Verzögerungen hatten bei Anwohnern und Interessenten erheblichen Unmut ausgelöst.

Das Bauvorhaben in der 3.565 Einwohner zählenden Gemeinde, die etwa sieben Kilometer südlich von Mainz in Rheinhessen liegt, gewinnt vor dem Hintergrund der bundesweiten Wohnungskrise besondere Bedeutung. Deutschland stellte 2025 nur 206.600 Wohnungen fertig – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Stand seit 2012. Dem gegenüber steht ein jährlicher Bedarf von 320.000 bis 400.000 neuen Einheiten. Der Deutsche Mieterbund schätzt das bundesweite Wohnungsdefizit mittlerweile auf 1,4 Millionen Einheiten, ein Rekordwert in der Nachkriegsgeschichte.

Wechsel bei Makler und Baufirma verzögerten Projekt

Stephan Stollenwerk, der erst seit Mai vergangenen Jahres an dem Projekt beteiligt ist, kann die Kritik nachvollziehen:

Viele fanden es schlecht geregelt, weil nichts vorwärts ging. Es wurde etwas angeboten, aber nichts verkauft, das ist natürlich tödlich für ein Bauvorhaben.

Als Gründe nennt er wiederholte Änderungswünsche und einen zwischenzeitlichen Maklerwechsel. Auch die Trennung zwischen Maklergesellschaft und Baufirma habe zu Verzögerungen geführt. In der Zwischenzeit seien Interessenten abgesprungen, weil sich das Vorhaben zu lange hingezogen habe. Seit seinem Einstieg laufe das Projekt jedoch gut.

Auf dem rund 3.250 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem früher Landwirtschaft betrieben wurde, entstehen vier zweigeschossige Häuser mit Satteldächern. Haus A umfasst sieben Wohnungen auf 597 Quadratmetern, Haus B fünf auf 420, Haus C sieben auf 598 und Haus D vier auf 280 Quadratmetern. Insgesamt erstreckt sich die Wohnfläche auf knapp 1.900 Quadratmeter. Die Wohnungen verfügen über zwei bis vier Zimmer, die Preise der noch verfügbaren Einheiten in Haus A liegen zwischen 485.000 und 519.000 Euro. Diese Preisgestaltung spiegelt die deutschlandweite Entwicklung wider: Hohe Baukosten und gestiegene Zinsen haben Neubauprojekte nahezu ausschließlich in das hochpreisige Premiumsegment gedrängt. Zusätzlich zu den Wohnungen entstehen 43 Stellplätze, darunter 21 Außenstellplätze, 18 Doppelparker und vier Garagenstellplätze.

Zentrale Lage mit guter Infrastruktur

Für Stollenwerk ist Klein-Winternheim ein attraktiver Standort. Die Gemeinde in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm biete Schule, Sportstätten, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten ebenso wie kulturelle Veranstaltungen. Der Dorfmittelpunkt ist über die Hauptstraße in 150 Metern fußläufig erreichbar, Bahnhof, Schule, Kita und Supermärkte liegen ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt. Die Gemeinde, die als Weinbauzentrum bekannt ist und erstmals um 1100 in Mainzer Domstiftsunterlagen erwähnt wurde, verzeichnet seit der Volkszählung 2011 ein stetiges Bevölkerungswachstum. Auch der gesamte Landkreis Mainz-Bingen wuchs kontinuierlich und zählte Ende 2024 rund 206.454 Einwohner.

Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass sich die Häuser in die bestehende Bebauung einfügen.

Die Gemeinde hat ein Satteldach vorgeschrieben, das sich an der bestehenden Bebauung orientiert
erklärt Stollenwerk.

Das Grundstück grenzt links und rechts an Wohnbebauung an.

Fertigstellung für Ende 2027 geplant

Nach den langen Verzögerungen soll es nun zügig vorangehen. Der Baustrom ist bereits installiert, bis Freitag soll der Bau eingerichtet sein. Für jedes Gebäude kalkuliert Stollenwerks Unternehmen etwa anderthalb bis zwei Wochen Rohbauzeit ein. Allerdings seien solche Zeitangaben zunächst Planwerte. Wie schnell sich die Arbeiten tatsächlich umsetzen lassen, hänge unter anderem von der Verfügbarkeit der Fachkräfte ab. Deutschlands Baubranche kämpft mit einem gravierenden Fachkräftemangel von über 100.000 Arbeitskräften, rund 30 Prozent der Baufirmen melden unbesetzte Stellen. Die durchschnittliche Bauzeit in Deutschland ist von 20 Monaten im Jahr 2020 auf mittlerweile 26 bis 27 Monate gestiegen.

Bei dem aktuellen Projekt sieht Stollenwerk jedoch keine Probleme:

Wir sind sehr gut aufgestellt.

Auch mit Blick auf den Winter zeigt er sich zuversichtlich. Da keine Keller vorgesehen sind und die Kanalisationsarbeiten bereits abgeschlossen seien, könne der Rohbau zügig entstehen.

Bis wir Frost bekommen, steht der Rohbau
ist Stephan Stollenwerk überzeugt.

Um mögliche Verzögerungen während der Bauarbeiten aufzufangen, sei ein zeitlicher Puffer eingeplant. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen, spätestens im Mai 2028 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

#German Economy#Housing Market#Cost of Living
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