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Online-Broker Trade Republic bietet Altersvorsorgedepot ohne Gebühren an

Trade Republic führt ein kostenloses Altersvorsorgedepot ein und verzichtet komplett auf Depot-, Ausführungs- und Verwaltungsgebühren. Damit verschärft der Berliner Neobroker den Wettbewerb um die ab 2027 staatlich geförderte private Altersvorsorge erheblich.

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Trade Republic verschärft Preiskampf um Altersvorsorgedepot

Der Berliner Online-Broker Trade Republic bringt ein Gratis-Modell für das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot auf den Markt und intensiviert damit den Preiskampf in der Finanzbranche. Das Unternehmen verzichtet nicht nur auf Depot- und Ausführungskosten, sondern erlässt bei mehr als 50 ETFs auch die laufenden Verwaltungsgebühren vollständig. Die eingesparten Fondskosten werden monatlich wieder angelegt.

Das kostenlose Angebot gilt sowohl für das fixe Standarddepot als auch für das freie Altersvorsorgedepot, bei dem Anleger ihre Investments selbst zusammenstellen können. Trade Republic verfügt seit 2023 über eine vollständige deutsche Banklizenz, die von der BaFin reguliert wird. Kundeneinlagen sind dadurch über die deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde geschützt.

Mit über fünf Millionen Kunden in Deutschland und mehr als zehn Millionen in Europa verwaltet Trade Republic mittlerweile über 150 Milliarden Euro Kundenvermögen. Im Dezember 2025 erreichte das Unternehmen nach einer Zweitplatzierung von Anteilen eine Bewertung von rund 12,5 bis 14 Milliarden Euro – mehr als eine Verdopplung gegenüber der Bewertung von fünf Milliarden Euro aus dem Jahr 2022.

Deutschland gehört mit dem neuen Altersvorsorgedepot weltweit zur Spitze bei der geförderten privaten Altersvorsorge. Entscheidend ist jetzt, dass diese Förderung auch wirklich bei den Menschen ankommt und nicht in hohen Gebühren bei Banken und Versicherungen hängenbleibt.

sagte Mitgründer Christian Hecker.

Staatliche Förderung mit gestaffeltem Zuschuss-System

Beim Altersvorsorgedepot, das ab 2027 verfügbar ist, fördert der Staat private Vorsorge mit erheblichen Zulagen. Das Fördersystem funktioniert gestaffelt: Auf die ersten 360 Euro Jahresbeitrag gibt der Staat 50 Prozent dazu, also bis zu 180 Euro. Auf Beiträge zwischen 360 und 1.800 Euro werden 25 Prozent bezuschusst, maximal weitere 360 Euro. Insgesamt können Sparer so eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr erhalten. Pro Kind gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro Förderung.

Das neue System ist deutlich großzügiger als sein Vorgänger: Die bisherige Riester-Rente bot lediglich eine feste Grundzulage von etwa 175 Euro jährlich. Zudem steht das Altersvorsorgedepot erstmals auch Selbstständigen und Freiberuflern offen – eine wesentliche Erweiterung gegenüber dem alten Riester-System. Förderfähig sind jährliche Einzahlungen zwischen 120 und 1.800 Euro. Die Kapitalerträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei. Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, kann in das neue Fördersystem wechseln und angespartes Guthaben übertragen.

Ein grundlegender Unterschied zur Riester-Rente: Das Altersvorsorgedepot verzichtet auf die Kapitalgarantie, die bisher vorgeschrieben war. Anleger können nun 100 Prozent ihres Kapitals in Aktien-ETFs investieren, was potenziell höhere Renditen ermöglicht. Diese strukturelle Änderung erklärt, warum Neobroker wie Trade Republic nun effektiv in diesem Marktsegment konkurrieren können.

Intensive Konkurrenz unter Finanzanbietern

Der Vorstoß von Trade Republic richtet sich direkt gegen Wettbewerber wie Scalable Capital, der kürzlich ebenfalls Details für sein Selbstentscheider-Depot präsentierte. Scalable Capital, das über 30 Milliarden Euro für mehr als eine Million Kunden verwaltet, bietet bei ausgewählten Finanzprodukten ebenfalls ein kostenloses Altersvorsorgedepot an und wirbt mit einem «Renten-Bonus», bei dem Fondsgebühren reinvestiert werden. Beim Standarddepot fallen dort allerdings jährliche Produktkosten von bis zu 0,15 Prozent an.

Auch etablierte Banken haben ihre Angebote vorgelegt: Die Deutsche Bank verlangt für ein von der DWS entwickeltes Standarddepot in den ersten zwei Jahren 0,1 Prozent Gebühren, danach 0,28 Prozent jährlich. Für ein beratungsintensives Vorsorgedepot werden 0,99 Prozent pro Jahr fällig. Die Dekabank, die Sparkassen beliefert, berechnet für ihr Standarddepot 0,1 Prozent Gebühren pro Jahr.

Der Wettbewerb ist beträchtlich: Laut einer Studie der DWPBank planen mehr als 90 Prozent der befragten 88 Institute ein Altersvorsorgedepot. Kundenbindung und die Aussicht auf Folgegeschäfte wiegen für viele Institute schwerer als die unmittelbare Wirtschaftlichkeit in einem Markt mit extrem niedrigen Margen.

Das Potenzial ist erheblich: Ende 2024 existierten in Deutschland rund 14,9 Millionen Riester-Verträge. Allerdings ist das Interesse an dem alten System stark gesunken – 2024 wurden nur noch 31.000 neue Verträge abgeschlossen, gegenüber 125.000 im Jahr 2022. Das Altersvorsorgedepot soll diesen Markt neu beleben und durch niedrigere Kosten sowie flexiblere Anlageoptionen attraktiver gestalten.

#German Economy#Cost of Living#Pensions
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