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Polizei Duisburg fasst zwei Tatverdächtige nach Serie von Trickdiebstählen

Am Dienstag ereigneten sich vier Trickdiebstähle in Duisburg. Zwei junge Frauen wurden nach einem Betrug in Wedau festgenommen. Die Maschen reichten von falschen Pflegekräften bis zu Schockanrufen.

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Trickdiebe unterwegs - zwei Tatverdächtige gefasst

Trickbetrüger haben am Dienstag, den 13. Oktober 2026, in mehreren Duisburger Stadtteilen zugeschlagen. Die Polizei leitete Ermittlungen in vier Fällen ein und konnte zwei Tatverdächtige stellen. Die Opfer waren durchweg ältere Menschen, die mit unterschiedlichen Maschen um ihr Hab und Gut gebracht werden sollten.

Hochheide: Falsche Pflegedienstmitarbeiterin

In Hochheide gab sich gegen 11:45 Uhr eine Unbekannte bei einem Senioren-Paar auf der Ottostraße als Mitarbeiterin eines Pflegedienstes aus. Unter diesem Vorwand gelangte sie in das Haus und entwendete Gold- und Modeschmuck. Die Täterin wird als 30 bis 40 Jahre alt beschrieben, unter 1,60 Meter groß, mit langen braunen, zum Zopf gebundenen Haaren. Sie trug schwarze Handschuhe, hatte lange Wimpern und war stark geschminkt.

Bundesweit stellt die Polizei Berlin im Jahr 2026 eine auffällig hohe Zahl von Trickdiebstahlstaten durch falsche Pflegedienstmitarbeitende fest, meist mit zwei Frauen als Täterinnen. Das Bundeskriminalamt registrierte bereits 2024 über 22.000 Fälle von Trickbetrug an älteren Menschen in Deutschland, der Gesamtschaden wird auf mehrere hundert Millionen Euro jährlich beziffert.

Buchholz: Schockanruf mit Geldübergabe

In Buchholz wurde ein Senior Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Ein Unbekannter behauptete am Telefon, dessen Sohn liege auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Für die Behandlung werde Geld benötigt. Gegen 13:10 Uhr erschien ein Mann an der Haustür auf der Passauer Straße. Der Senior übergab dem Betrüger Bargeld und Goldmünzen. Der Abholer wird auf 35 bis 50 Jahre geschätzt, zwischen 1,60 und 1,70 Meter groß, korpulent und mit gepflegtem Erscheinungsbild.

Bei solchen Schockanrufen wird gezielt eine extreme emotionale Notlage inszeniert, etwa dass ein Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall mit Todesfolge verursacht habe und sofort eine Kaution benötige, um Gefängnis zu vermeiden. Das Bundeskriminalamt verzeichnete 2025 über 46.000 Fälle von Callcenter-Betrug, zu dem Enkeltrick und Schockanrufe zählen, mit einem Gesamtschaden von über 180 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden bei erfolgreichen Betrugsmaschen liegt bei über 25.000 Euro.

Bergheim: Falsche Wasserwerker

In Bergheim klingelten zwei Männer gegen 16 Uhr bei einer Seniorin auf der Asberger Straße. Sie gaben sich als Wasserwerker aus und behaupteten, die Wasserhähne überprüfen zu müssen. Als die Frau den Zutritt verweigerte, drückten die Unbekannten sie zur Seite und betraten die Wohnung. Während einer der Männer verschiedene Wasserhähne aufdrehte, bewegte sich sein Komplize durch die Wohnung. Nach dem Verlassen der beiden bemerkte die Seniorin, dass ihre Geldbörse mit Bargeld und verschiedenen Ausweisdokumenten fehlte. Die Dokumente wurden später im Nahbereich wiedergefunden. Die beiden Männer werden auf 1,70 bis 1,80 Meter geschätzt und trugen schwarze Kleidung. Einer hatte eine schwarze Kappe auf, der andere weiße Wollhandschuhe dabei.

Wedau: Zwei Tatverdächtige gefasst

In Wedau gelang der Polizei ein Erfolg. Gegen 15:40 Uhr gaben sich zwei junge Frauen gegenüber einem Senior auf der Straße Am See als Mitarbeiterinnen eines Energieversorgers aus. Unter dem Vorwand, den Wasserzähler ablesen zu müssen, gelangten sie in die Wohnung, stahlen Bargeld und flüchteten. Alarmierte Polizeikräfte fahndeten im Tatortbereich und trafen auf der Masurenallee auf zwei Frauen, auf die die Personenbeschreibung passte.

Da sich die beiden nicht ausweisen konnten, brachten die Einsatzkräfte sie zur Identitätsfeststellung zur Polizeiwache. Die 19- und 20-Jährigen hatten unter anderem Handschuhe, Bargeld, Pfefferspray, zwei Mobiltelefone und ein Papier mit Stickern zur vermeintlichen Zählerablesung dabei. Außerdem fanden die Beamten einen Personalausweis, der keiner der beiden Frauen zugeordnet werden konnte und nach einem Verlust zur Fahndung ausgeschrieben war. Die Polizisten beschlagnahmten sämtliche Gegenstände. Die beiden Frauen müssen sich nun mit einem Strafverfahren auseinandersetzen.

Ermittlungen und Zeugenaufruf

In allen vier Fällen hat das Kriminalkommissariat 32 die Ermittlungen aufgenommen. Diese spezialisierte Einheit der Polizei Duisburg ist zuständig für die Ermittlung von Trickdiebstahl und Betrugsdelikten. Zu den Vorfällen in Hochheide, Buchholz und Bergheim suchen die Ermittler Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu den beschriebenen Personen geben können.

Prävention und Statistik

Statistisch gesehen sind ältere Menschen wesentlich seltener von Straftaten betroffen als jüngere Menschen, jedoch gibt es bestimmte Deliktsbereiche wie Trickbetrug, in denen Senioren regelmäßig besonders gefährdet sind. Die Polizei NRW bietet spezielle Präventionsprogramme für Seniorinnen und Senioren an, darunter Informationsveranstaltungen zu Trickdiebstahl an der Haustür und Telefonbetrug sowie kostenlose Beratungsangebote. Im September 2026 führten Polizei Rheinland-Pfalz und LKA ihr fünftes Webinar zum Thema Telefonbetrug für Bankmitarbeitende durch, bei dem über 600 Teilnehmer bundesweit zugeschaltet waren.

Hinweise zu den Fällen nimmt die Polizei Duisburg unter der Rufnummer 0203 2800 entgegen. Warnhinweise und Präventionstipps zum Thema Trickdiebstahl sind in einer Pressemitteilung der Polizei Duisburg verfügbar.

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