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Peanut-Deal bei Die Höhle der Löwen gescheitert: Ensthaler und Gründer gehen getrennte Wege

Die Babytragetasche Peanut überzeugte Investorin Janna Ensthaler bei Die Höhle der Löwen. Doch nach der Aufzeichnung scheiterte die Zusammenarbeit an unterschiedlichen strategischen Vorstellungen – ein Schicksal, das viele DHDL-Deals teilen.

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Ensthaler bei DHDL: Der Deal war da – jetzt ist er wieder geplatzt

Eine Babytragetasche für 249 Euro sollte gestressten Eltern den Alltag erleichtern und Babys beruhigen. Bei der Gründershow Die Höhle der Löwen bekam das Produkt namens Peanut ein Investmentangebot von Janna Ensthaler. Die Gründer sagten spontan zu. Doch was vor der Kamera wie ein Erfolg aussah, endete nach der Sendung ohne Vertragsabschluss.

Kinderärztin Katharina Schroth (50) und ihr Mann Caspar Schroth (51), Rechtsanwalt und Notar, entwickelten die spezielle Tragetasche aus einer medizinischen Beobachtung heraus. In ihrer Praxis nutzte Katharina Schroth seit Jahren eine selbst gebaute Seitenlagerungshilfe für Hüftultraschalluntersuchungen. Dabei stellte sie fest, dass sich Babys darin auffallend schnell beruhigten. Eltern fragten nach einer Kaufmöglichkeit – doch ein entsprechendes Produkt existierte nicht.

Peanut ist für Babys von der Geburt bis etwa zum sechsten Monat konzipiert. Die Tasche soll durch eine sichere Seitenlage und räumliche Begrenzung ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Zudem entlastet sie den Hinterkopf und wirkt nach Angaben der Gründer einer möglichen Kopfabflachung entgegen. Produziert wird teilweise in der Nähe von Hamburg, ein weiterer Teil der Fertigung erfolgt in Istanbul. Die Produktionskosten liegen bei rund 50 Euro pro Stück.

Investoren lehnen nacheinander ab

Für 100.000 Euro boten die Schroths 20 Prozent ihrer Firmenanteile an. Die Resonanz der Investoren fiel gemischt aus. Frank Thelen lobte zwar die Produktentwicklung, erklärte aber:

Das ist nicht mein Thema. Ich hab mit Babys nix zu tun. Deswegen bin ich raus.

Andreas W. Herb bedankte sich für die Erkenntnisse, sah aber ein fachliches Defizit bei sich selbst und stieg ebenfalls aus.

Ralf Dümmel, einer der aktivsten Investoren der Show mit über 120 Investments und mehr als 300 auf den Markt gebrachten Produkten, begründete seine Absage mit Marktbedenken.

Die Geburtenraten gehen in Deutschland zurück. Es ist kein Massenmarkt und die Drehzahl ist dadurch nicht hoch. Ich bin raus.

Tatsächlich verzeichnete Deutschland 2025 mit rund 654.241 Geburten und einer Fertilitätsrate von 1,32 Kindern pro Frau den niedrigsten Stand seit 1946 – weit unter der Bestandserhaltungsrate von 2,1.

Trotz dieser demografischen Entwicklung bleibt Deutschland Europas größter Markt für Babyprodukte. Der deutsche Markt für Baby-Schlafbekleidung wurde 2024 auf etwa 60,71 Millionen US-Dollar geschätzt, mit prognostiziertem Wachstum von 4,75 Prozent jährlich bis 2033. Premium-Produkte mit Bio-Zertifizierung erzielen dabei Preisaufschläge von 40 bis 70 Prozent gegenüber günstigeren Alternativen, was die Preisstrategie von Peanut in einen breiteren Marktkontext setzt.

Auch Judith Williams verzichtete auf ein Investment. Sie forderte eine stärkere Marktdifferenzierung:

Ihr müsst euch vom Rest des Marktes differenzieren. Sonst geht ihr unter. Das fehlt euch. Entwickelt das noch weiter.

Ensthaler macht Angebot – Deal scheitert später

Nur Janna Ensthaler blieb im Rennen. Die Investorin, die seit April 2023 bei Die Höhle der Löwen dabei ist und als Gründungspartnerin des Green Generation Fund einen 100-Millionen-Euro-Fonds für Greentech- und Foodtech-Startups leitet, sah Potenzial in der Verbindung von medizinischer Expertise und Elternbedürfnissen.

Was mir in Deutschland fehlt, ist eine moderne kinderbetreuende Marke in den ersten Lebensjahren für das Baby, was auch medizinisch ist. Das macht ihr extrem gut, du bist ja auch Ärztin. Ich würde das gerne begleiten, weil ich auch Mami von drei Kindern bin
erklärte sie.

Ensthaler bot 100.000 Euro für 25 Prozent der Anteile. Die Gründer nahmen sofort an, ohne sich vorher abzusprechen. Vor den Millionen Zuschauern, die Die Höhle der Löwen regelmäßig einschalten – die Show verzeichnet durchschnittlich zwei bis drei Millionen Zuschauer pro Folge –, wirkte alles nach einem gelungenen Abschluss.

Nach der Ausstrahlung kam es jedoch anders. Ensthaler erklärte gegenüber Gründerszene:

Auch wenn unser Deal aufgrund unterschiedlicher strategischer Vorstellungen zur weiteren Ausrichtung des Unternehmens leider nicht zustande gekommen ist, bin ich weiterhin überzeugt von Peanut als Produkt. Ich habe die Zusammenarbeit und unsere offenen Gespräche sehr geschätzt und wünsche den beiden für ihren weiteren Weg viel Erfolg und alles Gute.

Die Gründer äußerten sich ähnlich konstruktiv:

Auch wenn es am Ende nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen ist, nehmen wir viele wertvolle Impulse mit und sind dankbar für den gemeinsamen Austausch.

Gescheiterte Deals sind keine Seltenheit

Das Scheitern von Deals nach der Sendung ist bei Die Höhle der Löwen kein Einzelfall. Statistiken zeigen, dass etwa 37 Prozent der vor der Kamera vereinbarten Investitionen später nicht zustande kommen. Von 505 im Fernsehen präsentierten Deals wurden 319 tatsächlich realisiert – eine Quote von 63 Prozent. Viele Vereinbarungen scheitern in der Due-Diligence-Phase, wenn Investoren und Gründer die Details genauer prüfen.

Die Schroths verkaufen Peanut inzwischen über ihren eigenen Onlineshop. Trotz des geplatzten Deals mit Ensthaler brachte ihnen der Auftritt in der mittlerweile 20. Staffel der Show erhebliche mediale Aufmerksamkeit. Die seit 2014 auf VOX ausgestrahlte Gründershow, eine deutsche Adaption des internationalen Formats Dragons' Den, bietet Start-ups wertvolle Präsenz – unabhängig davon, ob am Ende ein Investment steht.

#Hamburg#German Economy
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