Netflix : Streamingdiens streicht rund 1.000 Jobs – Aktie im Minus
Der Videostreaming-Marktführer Netflix hat einen deutlichen Stellenabbau angekündigt. In einer E-Mail an die Belegschaft teilten die Co-Chefs Greg Peters und Ted Sarandos mit, dass rund sechs Prozent der Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Bei etwa 16.000 Beschäftigten Ende 2025 würde dies etwa 1.000 Jobs betreffen. Die Aktie des Unternehmens gab im US-Handel um 1,3 Prozent nach.
Verlangsamtes Geschäftswachstum als Hauptgrund
Grund für die Maßnahme ist ein verlangsamtes Geschäftswachstum. Co-CEO Ted Sarandos hatte bereits vor einigen Wochen bei einem Konferenzauftritt erklärt, das Unternehmen wachse langsamer als gewünscht. Konkrete Zahlen untermauern diese Aussage: Netflix steigerte seinen Umsatz 2025 auf 45,1 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von etwa 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2024 hatte das Wachstum noch 16 Prozent betragen.
Auch bei den Abonnentenzahlen zeigt sich eine Verlangsamung. Netflix gewann von Ende 2024 bis Ende 2025 etwa 23,4 Millionen neue Kunden und erreichte damit 325 Millionen Kundenhaushalte weltweit. Diese Zahl erscheint zunächst beachtlich, doch allein im vierten Quartal 2024 hatte der Dienst bereits 19 Millionen Neukunden verzeichnet. Das gesamte Jahr 2025 brachte also kaum mehr Zuwachs als ein einzelnes Spitzenquartal des Vorjahres.
Betroffene Bereiche und zukünftige Investitionen
Laut dem Branchenblatt "Variety" sollen die Stellenstreichungen unter anderem die Bereiche Personal, Recht und Technologie treffen. In ihrer E-Mail betonten Peters und Sarandos zugleich, dass Netflix weiterhin in wachstumsstarke Bereiche investieren werde. Allerdings müsse man diszipliniert sein und Prioritäten setzen.
Gescheiterte Expansion durch Zukäufe
Die Entlassungen erfolgen vor dem Hintergrund einer gescheiterten Expansion durch Zukäufe. Im Dezember 2025 hatte Netflix ein verbindliches Angebot über 82,7 Milliarden US-Dollar für das Studiogeschäft und Streaming-Assets von Warner Bros. Discovery abgegeben. Der Unterhaltungskonzern Paramount überbot Netflix jedoch im Februar 2026 mit einem Angebot von 110,9 Milliarden US-Dollar für das gesamte Unternehmen Warner Bros. Discovery.
Netflix zog sich daraufhin Ende Februar 2026 aus dem Deal zurück und erhielt von Paramount eine Breakup-Fee von 2,8 Milliarden US-Dollar. Paramount schloss die Übernahme von Warner Bros. Discovery im Oktober 2026 ab. Das fusionierte Unternehmen firmiert seitdem unter dem Namen Skydance Corporation und will mit dem kombinierten Streamingdienst HBO Max einen starken Rivalen für Netflix etablieren.
Marktführerschaft bleibt bestehen
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt Netflix mit deutlichem Abstand die Nummer eins im Videostreaming-Geschäft. Das Unternehmen veröffentlicht Nutzerzahlen allerdings nur noch unregelmäßig. Kommende Woche wird Netflix seine aktuellen Quartalszahlen vorlegen, die weitere Einblicke in die Geschäftsentwicklung geben dürften.


